
"soft collapse"
Das Paradies ist porös...
Skulptur und Malerei der Künstlerinnen
Anna Mrzyglod, Anja Kreitz, Silvia Szlapka und Marlene Lees
12.04. - 03.05.2026
jeweils sonntags von 11 - 17 Uhr
Zwischen Leichtigkeit und leiser Bedrohung entfaltet sich in der Ausstellung soft collapse ein Spannungsraum, der zugleich vertraut und verstörend wirkt.
Meist großformatige Ölgemälde der Künstlerinnen Kreitz, Szlapka und Lees zeigen Szenen und Sujets eines scheinbar unbeschwerten Lebens:
Momente von Schönheit, Ruhe und sinnlicher Fülle.
Sie erzählen von einem Zustand, den wir als „intakt“ wahrnehmen möchten – als etwas, das Bestand hat.
Doch diesem Bild des Angenehmen wird in der Ausstellung jeweils eine Skulptur der Künstlerin Mrzyglod gegenübergestellt. Diese Objekte wirken zunächst harmlos, fast beiläufig, und doch erzählen sie von kleinen, präzisen Katastrophen: ein vom Sturm zerfetzter Regenschirm, ein Schwimmtier, dem unaufhaltsam die Luft entweicht...
Selbst vertraute Figuren verlieren ihre Form – nicht abrupt, sondern leise, fast unmerklich.
In dieser Gegenüberstellung entsteht ein Zustand des „Dazwischen“: Noch ist alles schön, noch scheint alles stabil – und doch hat der Zerfall bereits eingesetzt. Es ist kein plötzlicher Bruch, sondern ein schleichendes Nachgeben, ein weiches Kollabieren.
soft collapse spiegelt damit ein gegenwärtiges Empfinden. Angesichts einer Welt, die zunehmend von Unsicherheit und beunruhigenden Nachrichten geprägt ist, schiebt sich ein diffuses Unbehagen in selbst die idyllischsten Bilder. Das Paradies wirkt nicht zerstört – aber fragil. Die Gewissheit seines Fortbestehens ist ins Wanken geraten.
Die Ausstellung lädt dazu ein, genau diesen Moment zu betrachten: den Augenblick, in dem Schönheit noch sichtbar ist, während ihr Verschwinden bereits eingesetzthat.

Anna Mrzyglod, Bildhauerin
Anna Mrzyglod absolvierte die traditionelle Bildhauerschule in Zakopane und studierte an der Schlesischen Universität an der Fakultät für Bildhauerei.
Lange Zeit spiegelten Annas Werke ihre Herkunft wider, die Verbindung zwischen der natürlichen Umgebung und ihrer eigenen Erfahrung.
Sie spielte mit der illusionistischen Transformation des Materials und suchte nach einem Diskurs über ihre eigene Identität, Erinnerungen oder Veränderungsprozesse, die in ihrem Leben stattfanden. Durch die Spuren der Zeit entdeckt sie ganz bewusst den farbenfrohen Ausdruck von Emotionen und die Oberfläche des Holzes wird zur Leinwand.
Ihre präzise, fließende Handwerkskunst in Verbindung mit dem Experimentieren mit Farben führt zu einer Verschmelzung von Tradition und Moderne, die sich immer wieder ablöst, um dann in neuer Ausdruckskraft zu explodieren.
Die Skulpturen von Anna Mrzyglod sind auf zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen.
Marlene Lees, Malerin
Text folgt...
