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Anna Mrzyglod

lebt und schafft ihre Werke seit 2018 in Düsseldorf. Ihre großformatigen Holzskulpturen entstehen aus dem vollen Stamm.
Frühere Werkzyklen hinterfragten die vorgegebenen Geschlechterrollen „Coincidentia Oppositorium“, andere Arbeiten stellten gesellschaftskritische Fragen zur Ausgrenzung von Minderheiten und Andersdenkenden.

Nicht immer sind Annas Werke auf den ersten Blick selbsterklärend und lassen dem interessierten Betrachter den gedanklichen Freiraum für eigene Assoziationen.
So zeigt der Zyklus "My private little playground" - Skulpturen, denen teilweise buchstäblich
die Luft ausgegangen ist. Auf den ersten Blick nimmt der Betrachter aufblasbare Figuren aus der Welt der Comics und Spielzeuge wahr. Dahinter verbergen sich eigene oder beobachtete, manchmal dunkle bis traumatische Kindheitserinnerungen. Es ist genau dieser Zwiespalt zwischen dem provokanten Flirt mit der Pop-Art-Ästhetik und der bitteren Realität, der diesen Skulpturen ihre Bedeutung verleiht.
Regelmäßig nimmt Anna an groß angelegten Illusionsmalereiprojekten teil, wie z.B. der Gestaltung des Seidenweberhauses in Krefeld (2021), dem großen Katzenbild für den Fernsehsender Servus TV in Wien 2018, dem Udo Jürgens Porträt am Wörthersee 2018 oder dem Chalk Festival 2019 in Venice, Florida, USA.

Anna absolvierte das renommierte A. Kenar Art Lyceum in Zakopane (2000) und schloss ihr Studium der Bildenden Künste mit dem Schwerpunkt Holzskulpturen an der Schlesischen Universität in Katowice (2005) ab. Es folgten Einzel- und Gruppenausstellungen in Europa und eine mehrjährige Präsenz in einer Venloer Galerie.

Anna wurde für den NRW -Staatspreis Manufaktum 2021 nominiert und stellte zuletzt ihre Klangskulptur „The
Bear“ im Museum Kunstpalast Düsseldorf und bei Die Grosse 2022 aus.

Hell ( o ) Kitty A. Mrzyglod
Delphin A.  Mrzyglod

Hell (o) Kitty

Die Skulptur Hell (o) Kitty reagiert auf einen polnischen Moral Diskurs, der 2014 eben diese Kinderfigur zur Projektionsfläche für Gewalt- und Pornografievorwürfe machte und 2019 in der öffentlichen Verbrennung eines Hello‑Kitty‑Regenschirms gipfelte – neben Harry‑Potter‑Büchern und einer Hindu‑Figur. Was als absurd erscheint, offenbart einen tief sitzenden Mechanismus: die Angst vor Symbolen, die sich der Kontrolle entziehen.


 

 

 

 

 

 

 



Mouse, Leaky Dolphin

Während Hell (o) Kitty diese Dämonisierung aufgreift und ins Bild setzt, wählen Mouse und Dolphin eine andere Strategie. Auf den ersten Blick scheinen es aufblasbare Plastikspielzeuge zu sein, wie sie achtlos im Sommergarten liegen bleiben. Doch sie sind aus massivem Holz geschnitzt und farbig gefasst – täuschend echt, aber träge, schwer, unbeweglich. Die Luft ist ihnen teilweise entwichen; sie hängen in sich zusammen, als wären sie nach dem Spiel vergessen worden und nun, im Herbst, derangiert noch da.
Die entweichende Luft ist nicht nur ein physischer Zustand, sondern steht für tiefere Defekte: für entleerte Versprechungen, für Ideen, die sich nicht mehr aufblasen lassen, für eine Unschuld, die längst beschädigt ist. Der Betrachter ist eingeladen, sich diese Defekte selbst zu erschließen – sie bleiben sichtbar, aber nicht benannt.

copyright Galerie petitparis 2026

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