Über die Ausstellung

„What`s freedom to us?“ -five young positions-

 

Was ist Freiheit?

Was bedeutet Freiheit für den Einzelnen, was ist ihm das Wichtigste?

 

Definition:

Freiheit, allg. = Unabhängigkeit von äußerem, innerem oder durch Menschen oder Institutionen bedingtem Zwang. (Zeit Lexikon )

 

Freiheit (lat. libertas) - die Möglichkeit, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten auswählen zu können. Zustand der Autonomie eines Subjekts.

Das Handeln einer Person gilt als frei, wenn es dem Willen dieser Person entspricht. (Wikipedia)

 

Es gibt die sogenannte: - Positive Freiheit und Negative Freiheit

- individuelle Freiheit und kollektive Freiheit

- Innere und Äußere Freiheit

- persönliche Freiheit, souveräne Freiheit, bürgerliche Freiheit...

Was ein Fehlen der sog. Positiven Freiheit bedeutet, dazu gehört bspw. das „Recht des Bürgers auf Bewegungsfreiheit“ - , ist für jeden von uns eine sehr aktuelle Erfahrung.

In Zeiten der Corona Pandemie ist dieser Verlust von Freiheit plötzlich real und vor Allem, absolut neu!

– doch Halt!

Dieses neu, gilt für uns Bürger einer westlichen, freiheitlich- demokratisch orientierten Nation.

Was ist mit dem „Rest der Welt?“

Um die große Vielfalt an Bedeutungen und die Divergenz für den Einzelnen zu unterstreichen, sind hier in der Galerie petitparis fünf junge Künstlerinnen und Künstler aus vier verschiedenen Nationen bzw. Kulturen zusammengekommen.

 

Paata Kokaia - Georgien

Marlene Lees – England

Muli - Deutschland

Joshua Ott – Deutschland

Somayeh Golshani - Iran

 

Für diese Ausstellung gab es keine Vorgaben, im Gegenteil, viele Werke waren bereits entstanden, bevor sie unter ein gemeinsames Thema gestellt wurden.

Die Künstler/innen hatten sich also bereits im Vorfeld mit dem Thema Freiheit auseinandergesetzt.

Ihre unterschiedliche Herangehensweise und Positionierung hat mich persönlich sehr interessiert und fasziniert.

Nach vielen Besuchen an Hochschulen, auf Ausstellungen, in Museen und nach dem Beobachten von Socialmedia-Plattformen junger Kreativer, war für mich auffallend, wie hoch besonders der Wert der künstlerischen Freiheit gehandelt wird.

Gerade von der jungen Generation wird diese künstlerische Freiheit, oftmals als die Einzige und Wirkliche noch vorhandene Freiheit, wahrgenommen.

Warum das so ist und was diese Künstlergeneration bewegt, zeigt die Fülle von unterschiedlichen Werken in unseren Räumen.

 

 

Galerie und Kurator:

 

Drei Zimmer, Küche, Diele, Hausflur.

Das sind die räumlichen Gegebenheiten, in denen heute fünf Künstler*innen eine Auswahl ihrer Werke präsentieren.

 

Während vergangener Ausstellungen wurde diese Aufteilung an die Künstler weitergegeben, d. h. Ein Raum – ein Künstler.

 

Diese Präsentations-Methode ist zur aktuellen Ausstellung bewusst aufgehoben.

Nicht die Trennung, sondern die Kommunikation und die gegenseitige Beeinflussung der Kunstwerke untereinander, steht im Vordergrund.

Ein wichtiger Faktor bei der Positionierung der Werke war die Zeit, also der lange Aufenthalt in den Räumen.

Während Auswahl und erster Hängung der Objekte, entstanden plötzlich Wechselbeziehungen zwischen völlig unterschiedlichen Werken.

Diesem experimentellen Ansatz haben wir nachgegeben und dadurch die deutliche Trennung der Künstler und ihrer Stilrichtungen aufgelöst.

Dass sich einzelne Werke ergänzen und Symbiosen miteinander eingehen sind herausgearbeitete Zufälle.

Die fünf jungen Künstler*innen kannten sich vor dieser Ausstellung nicht.

Klassische kuratorische Prozesse gibt es nicht.

 

Sehr bewusst möchte sich die Pop-up Galerie petitparis den vorherrschenden Tendenzen in der Kunstwelt entziehen.

Dazu gehört auch eine gewisse Sprachskepsis und ein Ablehnen von verschwurbelten Intentionen zu einzelnen Kunstwerken. Das Bestreben, unbedingt und ausschließlich Teil eines universitären Milieus zu sein und dies durch besonders beeindruckende Worte herauszukehren, ist unserer Meinung nach, nicht notwendig.

Der berühmte Philosoph Georg Steiner sagte einmal: “Sekundäres Gerede übertönt das Schweigen der Kunstwerke.“

Dem schließen wir uns gerne an.

 

Kunst ist für ALLE Menschen da, sie ist kein weiterer Fetisch für eine übersatte und reiche Bevölkerungsgruppe.

Dies schmälert in keiner Weise ihren eigentlichen Wert und ihre Bedeutung.

 

Kunst ist, wenn das Auge, das Herz berührt.

(Text: Judith Kunzmann)